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documenta archiv
Untere Karlsstraße 4, 34117 KasselMigration und Identität gehören zu den drängenden Themen unserer Gesellschaft. Mit der Studioausstellung „Alte Heimat – neue Heimat“ greift das documenta archiv das Motto des diesjährigen Tags der Archive auf und geht gemeinsam mit der Filmemacherin Dea Tcholokava der Resonanz dieser Fragen in der Geschichte der documenta, im Stadtraum Kassels und in den alltäglichen Lebenswelten seiner Bewohner*innen nach. Die Ausstellung ist bis zum 22. Mai im Lesesaal des documenta archiv zu sehen.
Die georgische Filmemacherin Dea Tcholokava verbrachte 2025 als Stipendiatin des Goethe-Institut sechs Monate am documenta archiv in Kassel. Während ihres Aufenthaltes begab sie sich auf die Suche nach den Spuren georgischer Künstler*innen in der Geschichte der documenta und näherte sich zugleich dem vielschichtigen Thema „Migration“.
Im Zentrum der Studioausstellung steht ihr 18-minütiger Filmessay From Countless Sleepless Nights. Darin verwebt sie die Recherche im documenta archiv mit Streifzügen durch die Stadt sowie zufälligen Begegnungen und Beobachtungen zu einem filmischen Tagebuch – einer poetischen und zugleich persönlichen Reflexion über Fremdheit und Vertrautheit, über Identität, Herkunft, Zugehörigkeit und Koexistenz. Die assoziative Auseinandersetzung mit persönlichen Geschichten und Lebenswegen lässt dabei – neben der Kunst der documenta (etwa Olui Oguibes Fremdlinge und Flüchtlinge Monument) – auch unerwartete Protagonisten in den Vordergrund treten: die Kasseler Waschbären, die nach Einbruch der Dunkelheit in Parks, Gärten und Hinterhöfen aktiv werden und – gewollt oder nicht – längst in der documenta Stadt heimisch geworden sind.
Ausgehend von diesen inhaltlichen Motiven wird Tcholokavas Film durch eine Auswahl von Archivmaterialien aus der Geschichte der documenta gerahmt. Auf diese Weise eröffnet die Präsentation einen Dialog zwischen filmischer Recherche und institutionellem Gedächtnis. Präsentiert werden unter anderem Archivalien zu den documenta Beiträgen von Jonas Mekas, Olu Oguibe, Georgij Schengelaia, Pavel Braila oder Hans Haacke.
Dea Tcholokava lebt und arbeitet als Filmemacherin in Berlin und Tiflis, Georgien. Sie studierte Politik- und Sozialwissenschaften sowie Filmregie und realisierte in Kooperation mit der Medienplattform Chai Khana mehrere Projekte, darunter die Dokumentarfilme Traffic Diary und Of Kids and Sea. Als Editorin und Regieassistentin arbeitete sie mit renommierten georgischen Regisseur*innen wie Lana Gogoberidze, Tato Kotetishvili und Bakur Bakuradze zusammen. Ihre Arbeiten waren zudem auf namhaften Plattformen und Festivals vertreten. Ihr jüngster Kurz-Dokumentarfilm What Does the Mud Whisper feierte 2025 beim Krakauer Filmfestival Premiere, wurde weltweit auf Festivals wie DOK Leipzig, Camden IFF und DOC NYC gezeigt. Auf dem internationalen Filmfestival Fipadoc in Biarritz wurde sie mit dem Hauptpreis im Kurzfilmwettbewerb ausgezeichnet.
Besuch während der Öffnungszeit des Lesesaals
Dienstag bis Freitag
9 bis 16 Uhr
