Künstlerinnen der documenta: Impulsvortrag und Podiumsdiskussion

  • documenta archiv

Veranstaltungssaaal Fridericianum

Friedrichsplatz 18, 34117 Kassel

Die Geschichte der documenta wurde bislang aus der Perspektive männlicher Künstler erzählt. 

documenta Werke von Künstlern haben sich fest in das Bildgedächtnis der Moderne und Nachmoderne eingeschrieben, während künstlerische Positionen von Frauen oftmals nur als Randerscheinung wahrgenommen wurden. Obgleich sich unter den documenta Teilnehmerinnen so prominente Namen wie Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Eva Hesse und Rebecca Horn finden, ist den strukturellen Ursachen der Unterrepräsentanz kaum nachgegangen worden.  

In einem Impulsvortrag stellt die Kunsthistorikerin Renate Petzinger erste Ergebnisse des Forschungsprojekts vor, das sich mit der Rolle von Frauen seit den Anfängen der documenta bis in die jüngere Gegenwart der Ausstellung befasst.   

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutieren Birgitta Coers (Direktorin documenta archiv) und Renate Petzinger gemeinsam mit Stefan Fricke (hr2 kultur) und der documenta Künstlerin Christina Kubisch über künstlerische Praxis, Sichtbarkeit und institutionelle Rahmenbedingungen.  

Renate Petzinger war von 1990 bis 2005 Kustodin am Museum Wiesbaden und von 2006 bis 2009 stellvertretende Direktorin des Hauses. Von 1988 bis 1990 leitete sie das Forschungsvorhaben „Künstlerinnen, Filmemacherinnen und Designerinnen in der Bundesrepublik Deutschland“ und bereitete zeitgleich die Ausstellung „Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts“ im Museum Wiesbaden vor.

Christina Kubisch arbeitet seit den 1970er Jahren an der Schnittstelle von Performance, Klang, Video und bildender Kunst. Ihre Arbeiten waren unter anderem Teil der documenta 8 (1987) und der documenta 14 (2017). Bis 2013 bekleidete sie den Lehrstuhl für Audiovisuelle Künste an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken; Veröffentlichungen unter anderem zur Genderproblematik in den Künsten.

Stefan Fricke ist Redakteur für Neue Musik/Klangkunst beim Hessischen Rundfunk (hr2 kultur) und seit 2017 Honorarprofessor an der Hochschule für Musik Mainz.

Christina Kubisch in ihrem Studio vor Abspielgeräten und Lautsprechern
Christina Kubisch in ihrem Studio, Berlin 1987, Foto: Giacomo Oteri, © Christina Kubisch