- documenta archiv
Wie jedes Jahr freuen wir uns, die aktuellen Goethe-Fellows am documenta archiv vorzustellen: zwei Künstlerinnen und Forscherinnen bereichern in den kommenden Monaten das Team und gehen eigenen transdisziplinären Projekten nach.
In ihrer interdisziplinären Arbeit verbindet Alexandra Zidariu (Sibiu, Rumänien) theoretische Reflexion und künstlerische Praxis. Sie studierte an der Lucian-Blaga-Universität Sibiu, an der HAWK Hildesheim sowie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, wo sie Meisterschülerin von Prof. Nanne Meyer war. Im Zentrum ihrer Praxis steht das Zeichnen als Methode und Mittel prozessualen Denkens. Beeinflusst von Philosophie und wissenschaftlichen Denkmodellen der Sprachtheorie beschäftigt sie sich mit Phänomenen von Serialität und Wiederholung und eröffnet Räume, in denen sich Bedeutungen fluide im Zusammenspiel von Betrachtung und Kontext verschieben. Interpretation versteht sie hierbei als einen offenen, kollaborativen Prozess. Zidarius Arbeiten wurden international gezeigt, zuletzt im rumänischen Pavillon der Architekturbiennale Venedig 2023.
Im Rahmen ihres Goethe-Stipendiums am documenta archiv untersucht Zidariu anhand ausgewählter Fallstudien infrastrukturelle Arbeitsformen im Kontext der documenta sowie ihre Überlieferung im Archiv. Der Arbeitstitel „Periphere Arbeit zwischen Sichtbarkeit und Auslassung“ zeigt an, worin es in ihrem Projekt geht: Im Zentrum stehen die Konstruktion von Autor*innenschaft und die Frage nach einem „Archiv hinter dem Archiv“. Ihre künstlerische Forschung gilt den häufig kooperativen Arbeitsfeldern, die zum Gelingen und zur Rezeption einer Ausstellung beitragen. Fragen der konkreten Arbeitsorganisation bleiben in den Archivmaterialien nicht selten verborgen. Zeichnung setzt Zidariu dabei als künstlerisch-forschendes Verfahren ein, mit dem sich Prozesse institutioneller Erinnerung, Zuschreibung und Auslassung befragen und sichtbar machen lassen.
