- documenta archiv
In Kooperation mit dem Goethe-Institut empfangen wir auch 2026 zwei Stipendiatinnen für einen sechsmonatigen Aufenthalt in Kassel und freuen uns sie vorzustellen.
Anaclara Talento Acosta (Montevideo, Uruguay) beschreibt sich als postzeitgenössische Künstlerin, Forscherin und Archivspezialistin. Ihre Arbeit bewegt sich an den Schnittstellen von zeitgenössischer Kunst, Kulturwissenschaften und Archivforschung.
Sie absolvierte einen Bachelor in Bildender Kunst an der Universität der Republik (UdelaR) in Uruguay sowie einen Master of Fine Arts (MFA) an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU). Darüber hinaus schloss sie ein Zertifikatsprogramm für audiovisuelle Sammlungen am französischen Institut national de l’audiovisuel (INA) ab.
Seit 2007 ist sie Mitglied der Stiftung für zeitgenössische Kunst (FAC) in Uruguay und seit 2017 der Society for Artistic Research (SAR).
Im Rahmen ihres Stipendienprojekts untersucht sie die documenta nach dem Ende des Kalten Krieges als politische Formation. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie kuratorische Praktiken politisches Handeln hervorbringen, anstatt es lediglich zu repräsentieren. Anhand der documenta 10 (1997), der documenta 11 (2002), der documenta 14 (2017) und der documenta 15 (2022) analysiert sie Ausstellungsgestaltung, institutionelle Prozesse und kuratorische Strategien auf der Grundlage von Archivmaterialien wie Korrespondenz, kuratorischen Dokumenten, Ausstellungsplänen und audiovisuellen Aufzeichnungen.
Zu ihren künstlerischen Forschungsprojekten gehören EMH – An Essay on Motherland History über historisches Gedächtnis und kollektive Identitäten, Pink Mist über Trauer, Aneignung und Intertextualität, Letters to Sebastian über Erinnerung als Probe, Love in Another Language über Sprache, Kolonialität und Gemeinschaft, Flames Go to Heaven to Die über emotionale Entitäten, die durch Unordnung gestärkt werden, Privately Buried Publicly Erased, ein Archivprojekt zu Erinnerung und Auslöschung in Palästina, sowie Acts without Stage, das Geschichte als performatives Feld untersucht und Archivforschung, visuelle Analyse und Storytelling zu einer eigenen Forschungsmethodik verbindet.
