D16 gibt erweitertes Kuratorisches Team bekannt

D16 gibt erweitertes Kuratorisches Team bekannt

Naomi Beckwith, Künstlerische Leiterin der D16, stellt weitere Mitglieder ihres Kuratorischen Teams vor: Raven Chacon wird Curator-at-Large; Osei Bonsu, Timea Junghaus und Noam Segal unterstützen das Team als kuratorische Berater*innen. Mit ihrer internationalen Erfahrung und ihrem umfassenden Wissen zu zeitgenössischer Musik, Tanz und Performance Art sowie ihrer Expertise im Bereich neuer Technologien verbinden sie Perspektiven unterschiedlicher geografischer Bezüge, Disziplinen und intellektueller Traditionen. Gemeinsam gestalten sie – zusammen mit Naomi Beckwith und dem Kuratorischen Kernteam Carla Acevedo-Yates, Romi Crawford, Mayra A. Rodríguez Castro und Xiaoyu Weng – das Programm und die künstlerische Ausrichtung der D16. Dabei dienen künstlerische Strategien der Improvisation als Ansatz, um Ungewissheit zu begegnen und die Potenziale und Gefahren gegenwärtiger Technologien auszuloten.

Naomi Beckwith, Künstlerische Leiterin der D16: “Ich freue mich sehr, mit diesen brillanten Denker*innen und künstlerischen Akteur*innen zusammenzuarbeiten, deren Werte und Überzeugungen ebenso stark sind wie ihr Engagement für eine kollaborative Praxis.“

Die D16 lädt vom 12. Juni bis zum 19. September 2027 Besucher*innen nach Kassel ein und schafft Räume für transkulturellen Dialog und geteilte Erfahrungen. Die Ausstellung und Programme würdigen Künstler*innen, die sich in einer Welt voller Umbrüche und planetarer Instabilität bewegen und Strategien für ein Leben inmitten dieser Transformationsprozesse entwickeln. Improvisation, experimentelle Ansätze sowie kollektive Lernmodelle öffnen dabei neue Wege.

Osei Bonsu ist ein britisch-ghanaischer Kurator, Autor und Kunsthistoriker. Aktuell ist er als Jorge M. Pérez Senior Curator of International Art, Africa, and Diaspora an der Tate Modern für die internationale Programmgestaltung, die Sammlungsstrategie und die kuratorische Forschung des Museums verantwortlich. In dieser Rolle hat er die internationale Sammlung des Museums zur Kunst aus Afrika und der afrikanischen Diaspora durch bedeutende Ankäufe und Ausstellungen nachhaltig geprägt und erweitert. Er studierte Curatorial Studies am Central Saint Martins (University of the Arts London) und Kunstgeschichte am University College London. In seiner Forschung widmet sich Bonsu postkolonialen Ansätzen der Geschichtsschreibung und der Entwicklung globaler und transnationaler Modernismen, mit besonderem Blick auf Künstler*innen aus Afrika und dem Globalen Süden.

Raven Chacon ist Komponist, Performer und Installationskünstler. Er wurde in Fort Defiance auf dem Gebiet der Navajo Nation geboren und 2022 als erster Indigener Künstler mit dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet. Als Solokünstler hat er in zahlreichen Museen, auf Festivals und Biennalen ausgestellt, performt und Werke zur Aufführung gebracht. Als Mitglied von Postcommodity war er von 2009 bis 2018 an Arbeiten beteiligt, die unter anderem auf der documenta 14 und der Carnegie International gezeigt wurden, sowie an der zwei Meilen langen Land-Art-Installation Repellent Fence an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Chacon ist seit 24 Jahren als Musiker tätig und hat an mehr als 80 Veröffentlichungen bei nationalen und internationalen Labels mitgewirkt. Im Rahmen des Native American Composer Apprenticeship Project (NACAP) begleitet er seit 2004 mehr als 300 junge Komponist*innen Indigener Herkunft an High Schools.

Timea Junghaus ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit Fragen von Migration und Vertreibung und setzt sich kritisch mit künstlicher Intelligenz und gegenwärtigen technologischen Transformationsprozessen auseinander. Als prägende Persönlichkeit der zeitgenössischen Kunst und des kritischen Denkens von Sinti und Roma in Europa war sie Gründungsdirektorin der Gallery8 – Roma Contemporary Art Space in Budapest (2013–2017), Mitinitiatorin des institutionellen Projekts RomaMoMA und geschäftsführende Gründungsdirektorin des European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) in Berlin (2017–2025). 2007 kuratierte sie mit „Paradise Lost“ den ersten Roma-Pavillon auf der 52. Biennale von Venedig. Darüber hinaus arbeitete sie mit zahlreichen internationalen Institutionen und Biennalen zusammen, darunter der documenta, der Manifesta, der Triennale Milano und der Berlin Biennale. 

Noam Segal arbeitet als Kuratorin und Wissenschaftlerin an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Technologie und Gesellschaft. Segal ist LG Electronics Associate Curator am New Yorker Guggenheim Museum und leitet dabei unter anderem das Auswahlverfahren für den LG Guggenheim Award. Zuvor war sie Director of Curatorial Research im Masterstudiengang Curatorial Practice an der School of Visual Arts und war Gastwissenschaftlerin an der Tisch School of the Arts der NYU. Segal promovierte in Kulturwissenschaften und Hermeneutik. Sie hat international Vorträge gehalten, für führende Kunstpublikationen, Künstlerkataloge und Fachzeitschriften geschrieben und mit Institutionen und Biennalen wie dem Palais de Tokyo, dem Jeu de Paume in Paris, Performa NYC, dem Castello di Rivoli in Turin, der BAM in New York, der Gwangju Biennial und der Berlin Biennale kooperiert.

Eine Person läuft an zwei D16 Plakaten vorbei
Plakate der D16, 2026, © Design Commons, documenta und Museum Fridericianum gGmbH, Foto: Nicolas Wefers

Ab sofort können Tickets für die Ausstellung und Führungen der D16 online und vor Ort im Fridericianum und bei Kassel Marketing erworben werden. Ein Fokus liegt bei niedrigschwelligen Tourangeboten in Leichter Sprache sowie deutscher und internationaler Gebärdensprache. Zudem gibt es wieder Tickets mit Solidaritäts-Prinzip: Der Kauf dieses Tickets ermöglicht einer anderen Person freien Eintritt oder eine kostenlose Ausstellungsführung.

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