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Der griechische Kurator und Kunsttheoretiker Denys Zacharopoulos ist am 3. Oktober im Alter von 74 Jahren in Athen gestorben. 1992 gehörte er neben Bart de Baere und Pier Luigi Tazzi zum kuratorischen Team der documenta 9 um den Künstlerischen Leiter Jan Hoet.
Griechische Medien würdigen ihn nach Bekanntwerden seines Todes als bedeutende Persönlichkeit seiner Generation, als interdisziplinär bewanderten Literaten, mutigen Visionär und Impulsgeber für die Kunst- und Museumslandschaft des Landes.
Am Anfang seines beruflichen Weges stand jedoch das Klavierspiel: Zacharopoulos studierte zunächst Musikwissenschaft und Komposition in Athen, wandte sich dann in Aix-en-Provence der Literaturwissenschaft zu und schließlich in Paris an der EHESS der Soziologie und Philosophie. Um die Kunstgeschichte machte er in seiner französischen Wahlheimat zunächst hingegen einen großen Bogen: Sie erschien ihm, wie er selbst sagte, zu akademisch.
Auf Einladung von Christos Joachimides koordinierte er 1975, mit 23 Jahren, den „Greek Month“ am Londoner Institute of Contemporary Arts (ICA). Später machte er sich publizistisch einen Namen, unter anderem als Frankreich-Korrespondent des Artforum (1983-1990). In den 1980er- und 1990er-Jahren lehrte er an der École du Magasin in Grenoble, einem der ersten Ausbildungsprogramme für Kuratorinnen und Kuratoren in Europa.
Im Anschluss an die documenta 9 übernahm er die Leitung des Skulpturenparks Domaine de Kerguéhennec in der Bretagne und bestimmte dort bis 1999 als Direktor Programm und Ausrichtung. Im selben Jahr verantwortete er als Kommissar den französischen Pavillon der Biennale in Venedig, bevor er nach rund dreißig Jahren in Frankreich nach Griechenland zurückkehrte.
In Thessaloniki stand er von 2006 bis 2015 als künstlerischer Leiter dem Macedonian Museum of Contemporary Art vor, 2015 berief ihn die Stadt Athen zu ihrem künstlerischen Berater und zum Leiter der Städtischen Galerie.
Seiner kuratorischen Tätigkeit zur Seite stand stets die Lehre. In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren unterrichtete er an der Hochschule für Kunst und Design in Genf, an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam sowie an der Hochschule der Künste Bern. Von 1992 bis 1996 war er Honorarprofessor an der Akademie der bildenden Künste Wien und leitete dort zugleich das Institut für zeitgenössische Kunst. Später lehrte er Kunstgeschichte und Museologie an der Universität der Ägäis. Die Athener Hochschule der Schönen Künste ehrte ihn für seine wissenschaftlichen und kulturellen Verdienste mit der Ehrendoktorwürde.

