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Der griechische Kurator und Kunsttheoretiker Denys Zacharopoulos ist am 3. Oktober im Alter von 74 Jahren in Athen gestorben. 1992 gehörte er neben Bart de Baere und Pier Luigi Tazzi zum kuratorischen Team der documenta 9 um den Künstlerischen Leiter Jan Hoet.
Als zentrale, international vernetzte Stimme der zeitgenössischen Kunst zählte er zu den prägenden Persönlichkeiten der Kunst- und Museumslandschaft Griechenlands. Das Museum of Contemporary Art (MOMus) in Thessaloniki, dessen Leitung er von 2006 bis 2015 innehatte, würdigt ihn als „großen, unbeugsamen Intellektuellen mit einer zutiefst humanistischen Bildung und einem ausgeprägten sozialen und politischen Gewissen, der unsere Sicht auf die Welt stets neu definierte“.
Am Anfang seines beruflichen Weges stand das Klavierspiel: Zacharopoulos studierte zunächst Musikwissenschaft und Komposition in Athen, wandte sich dann in Aix-en-Provence der Literaturwissenschaft zu und schließlich in Paris an der EHESS der Soziologie und Philosophie. Um die Kunstgeschichte machte er in seiner französischen Wahlheimat zunächst hingegen einen großen Bogen: Sie erschien ihm, wie er selbst sagte, zu akademisch.
Sein Weg zur documenta führte stattdessen über die Kunstkritik. Ab den 1980er-Jahren machte er sich publizistisch einen Namen, unter anderem als Frankreich-Korrespondent des Artforum (1983-1990). Neben Ausstellungsprojekten als freier Kurator lehrte er in den 1980er- und 1990er-Jahren an der École du Magasin in Grenoble, einem der ersten Ausbildungsprogramme für Kuratorinnen und Kuratoren in Europa.
Im Anschluss an die documenta 9 übernahm er die Leitung des Skulpturenparks Domaine de Kerguéhennec in der Bretagne und bestimmte dort bis 1999 als Direktor Programm und Ausrichtung. Im selben Jahr verantwortete er als Kommissar den französischen Pavillon der Biennale in Venedig, bevor er nach rund dreißig Jahren in Frankreich nach Griechenland zurückkehrte.
Seiner kuratorischen Tätigkeit zur Seite stand stets die Lehre. In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren unterrichtete er an der Hochschule für Kunst und Design in Genf, an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam sowie an der Hochschule der Künste Bern. Von 1992 bis 1996 war er Honorarprofessor an der Akademie der bildenden Künste Wien und leitete dort zugleich das Institut für zeitgenössische Kunst. Später lehrte er Kunstgeschichte und Museologie an der Universität der Ägäis. Die Athener Hochschule der Schönen Künste ehrte ihn für seine wissenschaftlichen und kulturellen Verdienste mit der Ehrendoktorwürde.

